Aus unserer Küche

Orangemoran-vip: Warum unsere Speisekarte mit den Jahreszeiten wandert

Orangemoran-vip kocht seit über zwanzig Jahren in München, und wer bei uns am Fenster sitzt, sieht den Marktstand vom Vormittag noch vor sich: Kisten mit Mangold, junge Karotten, ein paar Bündel Bohnenkraut. Genau daraus entsteht unsere Karte, Monat für Monat neu geschrieben.

12. Oktober Mara Feldbauer 6 Minuten Lesezeit Saisonküche

Hinter den Kulissen

Der Einkauf entscheidet, nicht der Plan

Bei uns steht die Karte nicht am Montag fest und bleibt dann acht Wochen hängen. Mara fährt dienstags und freitags über den Markt, schaut sich an, was gut aussieht, und ruft danach in der Küche an. Was auf den Tisch kommt, hängt davon ab, ob der Wirz fest ist, ob die Pilze aus dem Bayerischen Wald schon da sind und wie viel Regen im August gefallen ist. Das klingt nach Chaos, ist aber eingespielt.

Unser Küchenchef Tobias hat die Mengen im Kopf. Wenn eine Lieferung kleiner ausfällt als gedacht, kürzt er nicht heimlich die Portion, sondern baut den Gang um. Aus zwölf Portionen Steinpilzrisotto werden dann eben neun, und der Rest der Karte rückt nach hinten. Gäste, die am Abend anrufen, hören manchmal erst um halb sechs, was es wirklich gibt. Wir halten das für ehrlicher als eine gedruckte Karte, die niemand einhalten kann.

Was das für Sie am Tisch bedeutet

  • Die Karte wechselt vollständig im März, Juni, September und Dezember.
  • Zwischendurch tauschen zwei bis drei Gerichte aus, meistens die Vorspeisen.
  • Vegetarische Hauptgänge bleiben immer gleich viele, mindestens vier.
  • Allergene stehen an jedem Gericht, das Personal weiß zusätzlich Bescheid.

Wer auf etwas Bestimmtes hofft, kann beim Reservieren kurz fragen. Wir notieren das und sagen Bescheid, wenn es nicht klappt. Das spart beiden Seiten einen enttäuschten Abend.

Die Grundlage der europäischen Küche, auf die wir uns berufen, ist ohnehin weniger aufwendig als ihr Ruf. Gutes Olivenöl, Butter, Salz, eine kräftige Brühe und Geduld. Ein Gericht, das fünf Zutaten hat, verlangt nach Sorgfalt bei jeder einzelnen davon. Deshalb stehen bei uns immer ein paar Klassiker auf der Karte, die seit der Eröffnung gleich geblieben sind: die Zwiebelsuppe, der Lammeintopf im Winter, das Apfelkompott zum Sonntagsbrunch.

„Wenn der Markt schlecht ist, kochen wir schlecht. Da hilft keine schönere Sauce.“

Bilder aus der Küche

Der Herbst, auf den Tellern

Zwölf Aufnahmen aus den letzten Wochen, gemacht zwischen sechs Uhr morgens und Mitternacht.

Zahlen aus dem Jahr

Was hinter einer einzigen Karte steckt

38

Rezepte im laufenden Jahr

14

Betriebe im Umkreis von 60 km

21

Jahre am gleichen Standort

73 %

Zutaten aus der Region

Im Jahreslauf

So verschiebt sich die Karte

Vier feste Wechsel, dazu kleinere Anpassungen dazwischen. Die folgende Übersicht zeigt, worauf Sie sich im Laufe eines Jahres einstellen können.

März

Bärlauch, Spargel aus der Pfalz ab April, erste Radieschen. Die schweren Schmorgerichte verschwinden.

Juni

Erbsen, Kohlrabi, Beeren. Kalte Vorspeisen und Fisch aus dem Bayerischen Wald kommen zurück.

September

Pilze, Kürbis, Wild aus heimischer Jagd. Das sind die vollsten Wochen im Jahr, auch im Gastraum.

Dezember

Wirsing, Rote Bete, Zitrusfrüchte aus Sizilien. Dazu der Lammeintopf, den viele Stammgäste erwarten.

„Wir kommen seit elf Jahren jeden zweiten Freitag. Die Karte ist nie die gleiche, aber das Zwiebelfleisch schmeckt jedes Mal wie beim ersten Besuch. Das ist die Kunst dabei.“

Klara Semmler

Klara Semmler

Stammgast aus Schwabing

Häufige Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird

Die Karte hängt ab 15 Uhr an der Tür und steht ab dem gleichen Zeitpunkt auf unserer Seite. Wer reserviert hat, bekommt auf Wunsch eine kurze Nachricht, sobald sie fertig ist.

Weil die Zutat nur kurz da ist. Steinpilze aus der Region halten sich selten länger als zehn Tage in der Qualität, die wir brauchen. Danach kommt das Gericht wieder, wenn die Saison es zulässt.

Ja, mindestens vier Hauptgänge. Zwei davon sind vegan, und die ändern sich genauso oft wie der Rest der Karte. Angaben zu Allergenen stehen an jedem Gericht dabei.

Bei Unverträglichkeiten und Allergien immer, sagen Sie es einfach beim Reservieren. Bei größeren Umbauten am Gericht sagen wir ehrlich, wenn es die Küche an dem Abend nicht schafft.

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